|
Ein Gemeinschaftsschlafplatz der Federlibelle |
|||||||||
|
Es ist nun schon einige Jahre her, als ich von einem Schlafplatz der Federlibelle erfuhr. Von einem derartigen Verhalten bei Libellen habe ich bis zu diesem Zeitpunkt noch nie etwas gehört. Im Sommer 2007 hatte ich die Gelegenheit als Beringungshelfer beim IMS an der Wakenitz an zwei Tagen mitzuwirken. Es ging an diesen beiden Tagen also vielmehr um die wissenschaftliche Vogelberingung als um Libellen. Dennoch war die Kameraausrüstung mit von der Partie. Es ging sehr früh an diesen Tagen los, weil die Fangnetze bereits vor Sonnenaufgang aufgestellt sein mussten. Wir kamen also noch weit vor dem Sonnenaufgang im Fanggebiet an. Gleich am ersten Tag wurde mir die Stelle gezeigt, wo die Federlibellen ihren Gemeinschaftsschlafplatz haben. Da in direkter Nachbarschaft ein Netz gespannt war, musste man an dieser Stelle natürlich ganz besonders vorsichtig sein. Da noch einige Zeit vor dem Fangbeginn zur freien Verfügung stand, machte ich mich nochmal dorthin auf den Weg, als ich schließlich bemerkte, dass die Akkus der Kamera komplett leer waren. Ich habe wohl vergessen die Kamera auszustellen und die automatische Abschaltung war auch nicht aktiviert. Zunächst habe ich mich natürlich derart geärgert, war aber von dem Anblick so überrascht und begeistert, dass mein Unmut schnell verflogen war. Ich wusste ja, dass wir hier noch einmal hin fahren werden. Und so war es dann am 11.06.2007 so weit. Die Kamera war wieder dabei und diesmal waren die Akkus voll. Es sprach also nix dagegen, dass es diesmal klappen würde. Doch wie es der Zufall so will, war an diesem Tag unglaublich schlechtes Wetter, so dass ich nur einige wenige Aufnahmen machen konnte. Der Schlafplatz der Federlibellen war auch nicht so gut besucht wie am ersten Tag. Dennoch wollte ich einige Aufnahmen machen, um diesen Schlafplatz zu dokumentieren. Die Aufnahmen sind leider nicht so toll, aber immerhin. Der Schlafplatz befindet sich sehr windgeschützt in einigen dicht beieinander liegenden Binsenbülten. Nach zwei Seiten bildet dichtes Gebüsch den Windschutz, zu den anderen Seiten liegt eine Wiese mit knapp kniehoher Vegetation. Am ersten Tag, wo ich den Gemeinschaftsschlafplatz der Federlibellen aufsuchte, konnte ich in den drei Binsenbülten rund 50 Tiere zählen. Wobei ich nur die Tiere gezählt habe, die ich ohne näheres Suchen entdecken konnte. Am zweiten Tag, an dem auch die Fotos entstanden sind, waren lediglich rund 20 Exemplare anwesend. Den Geschlechteranteil habe ich allerdings nicht erfasst. Ob Libellen des Öfteren Schlafgemeinschaften bilden ist mit gänzlich unbekannt und sicherlich bietet sich hier ein weiteres ungeklärtes Wunder unserer Tierwelt.
|
|
||||||||