Status

Die Wasseramsel (Cinclus cinclus) tritt innerhalb Europas in mehreren Unterarten auf. In unserem Berichtsgebiet ist lediglich mit dem Auftreten der „dunkelbäuchigen“ Unterart C. c. cinclus und mit der „rotbäuchigen“ Unterart C. c. aquaticus zu rechnen.

C. c. cinclus ist während der Brutzeit in den fennoskandischen Ländern beheimatet und besucht unser Gebiet vorwiegend in den Wintermonaten.

Die in Mitteleuropa lebende Unterart C. c. aquaticus wurde im hamburger Raum erst einmal durch Beringung festgestellt.

Da die Zugbewegungen von aquaticus in der Regel vom Brutgebiet her in südliche Richtung ausgelegt sind, ist die Feststellung der „rotbäuchigen“ Wasseramsel (C. c. aquaticus) für das hamburger Berichtsgebiet ausgesprochen selten und sehr ungewöhnlich (siehe auch Allgemeines)

Wasseramsel beim "Wasserluken"

Derzeit ist die Wasseramsel wohl nur als Wintergast und Durchzügler anzusehen. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer liegt in der Regel zwischen 18 und 131 Tagen. Ein einmal besetztes Revier behält sie gerne bei und verteidigt dieses mitunter auch gegenüber Artgenossen. Wobei die Intensität dieser Revierkämpfe in der Regel schwach ausgeprägt und nicht von Dauer ist. Eher duldet sie sogar Artgenossen in ihrer Umgebung und die Streitereien sind scheinbar eher Platzrangeleien.

Eine von mir im Winterhalbjahr 2002/2003 entdeckte Wasseramsel, hielt sich über 75 Tage durchgehend an der Wandse in Hamburg-Rahlstedt auf. Durch eine markante braune Färbung innerhalb der weißen Brust konnte dieser Vogel jedes Mal ohne Schwierigkeit identifiziert werden.

Diese Beobachtung untermauert, was uns Beringungsergebnisse zeigen, nämlich die feste Treue zum Winterrevier (näheres siehe Beringung). Jedoch ist nicht ausgeschlossen, dass sie auch umherstreift und an anderen Stellen neue Reviere besetzt, wenn z.B. Aufgrund des Wasserstandes das bisherige Winterrevier nicht mehr attraktiv genug ist.

Vermutliche Brutvorkommen innerhalb Hamburgs, Schleswig-Holsteins und Nord-Niedersachsens sind lediglich aus Schleswig-Holstein bekannt. So soll vor der Jahrhundertwende die Wasseramsel bei Flensburg gebrütet haben. Seitdem fehlte ein weiterer Nachweis, bis schließlich 1978 der bislang letzte Brutversuch (?) stattfand.

Man vermutet, dass Brutversuche außerhalb des generellen Verbreitungsgebietes nicht unmöglich sind, denn Brutzeitvorkommen sind da schon regelmäßiger beobachtet worden.