Allgemeines zur Wasseramsel (Cinclus cinclus)
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Die Wasseramsel gehört der Familie der Wasseramseln (Cinclidae) an. Weltweit gibt es sechs Arten und die Familie der Zaunkönige ist den Wasseramseln am nächsten Verwandt. Der kugelförmige etwa 18cm große gedrungene Körper mit den kurzen Schwanz ähnelt dem Zaunkönig von der Körperstruktur her doch sehr, eher wie dem der Amsel, obwohl der Name darauf schließen lässt. Das Gefieder ist dunkel- bis schwarzbraun gefärbt, der Rücken ist schiefergrau geschuppt. Auffällig ist der weiße Brustlatz, der am unteren Ende (zum Bauch hin) bei einigen Tieren durch ein orange bis orangebraunen Band abgegrenzt wird. Dieses Brustband tritt bei einigen Unterarten mehr oder weniger deutlich auf. |
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Für ihre Körpergröße hat die Wasseramsel ein recht hohes Körpergewicht von etwa 52 -83 g. Es liegt unter anderem daran, dass die Knochen mit Knochenmark gefüllt sind. Dies ist einzigartig bei den Singvögeln, da deren Knochen in der Regel mit Luft gefüllt sind, um besonders leicht zu sein. Doch das kann sich die Wasseramsel nicht leisten. Sie ernährt sich von allerlei kleinen Wassertieren, die sie tauchend erbeutet. Und genau deswegen muss sie einen Kompromiss eingehen. Sie muss schwer genug sein um mit relativ geringem Energieaufwand tauchen zu können, andererseits aber so leicht wie möglich sein, um noch gute Flugeigenschaften zu haben. Mit ihrem schwirrenden Flug saust sie dem Gewässerverlauf folgend immer gerne dicht über der Wasseroberfläche. |
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Um den raschen Flug zur Landung abzubremsen nutzt sie verschiedene Möglichkeiten, wobei zwei Varianten regelmäßig zu beobachten sind. Beiden Varianten geht jedoch das Kurvenabbremsen voraus, es ist im nebenstehenden Bild schematisch dargestellt. Am Landepunkt angekommen landet sie entweder auch einem Stein etc. oder sie lässt sich einfach ins Wasser fallen um dann die Sitzwarte kletternd zu erklimmen. Unsere Wasseramseln sind in Europa, bis weit nach Sibirien und im Nahen Osten verbreitet. Sie kommt hier in verschiedenen Unterarten vor. |
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Im Mitteleuropa leben vor allem zwei Unterarten. Die Nominatform Cinclus cinclus cinlus ist in Skandinavien beheimatet. Sie besucht Norddeutschland in den Wintermonaten um hier zu überwintern. Sie wird auch als schwarzbäuchige Wasseramsel bezeichnet, da ihr das orangefarbene Brustband in der Regel völlig fehlt. Spezialisten bezeichnen sie auch gerne als Cinclus scandinavicus. Die rotbäuchige Wasseramsel (C. c. aquaticus) lebt in Mitteleuropa ab dem 52° Breitengrad nach Süden hin und kommt hier ab etwa einer Höhe von 200m über NN, dann bis über die Baumgrenze, vor. Sie lebt vorzugsweise an rasch fließenden Gewässern, mit sauberen, klaren Wasser und steinigen Strukturen. Allerdings wird sie auch an anderen Gewässerarten beobachtet. Gerade in den Winterquartieren sucht sie mitunter auch Weiher, Teiche und sogar Torfstiche auf. Wohl handelt es sich aber bei diesen Beobachtungen um durchziehende Exemplare, da sie später meistens nicht mehr dort angetroffen wird. |
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Wichtig ist jedoch immer eine gute Nahrungsverfügbarkeit. Sie ernährt sich hauptsächlich von kleinen Wassertieren, wie z.B. Bachflohkrebsen, Köcherfliegenlarven etc. Es wurde aber auch schon beobachtet, dass sie sich einen kleinen Fisch erbeutet hat. Auch ist es nicht allzu selten, dass sie den einen oder anderen „Landgang“ zur Nahrungssuche unternimmt. Die unverdaulichen Nahrungsreste, wie Chitinpanzer etc, werden als Speiballen ausgewürgt. Mit diesen Speiballen lassen sich hervorragend Nahrungsanalysen durchführen. Zur Brut schreitet die Wasseramsel zwischen Februar und Juni. Es ist bekannt, dass sie bis zu zwei Jahresbruten vollzieht. Sie legt dann zwischen 4 und 6 rein weißen Eiern, die bis zu 17 Tage ausgebrütet werden. Nach weiteren 20 Tagen verlassen die Jungvögel das Nest und werden von den Eltern weitergefüttert bis sie flügge sind. Das Nest, ein kugelförmiger Bau aus Moosen und Pflanzenteilen errichtet, wird oft an Mauerspalten, Überhängen etc. angebracht. Auch Brücken etc. dienen als Brutplatz und gerne werden angebrachte künstliche Nisthilfen verwendet. Die Bestände der Wasseramsel sind auf relativ stabilem aber niedrigem Niveau. Gewässerverschmutzung und –verbauung haben zu Bestandseinbußen geführt, allerdings sei auch darauf hingewiesen, dass durch die Verbauung neue Brutplätze erst erschaffen wurden. Viele erbaute Mühlen, Wehre und Brücken erschlossen der Wasseramsel neue Ansiedlungsmöglichkeiten. |
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