Mallorca und der Tierschutz...

... zwei Wörter die nicht zusammen passen

Bevor ich mit unseren ornithologischen Beobachtungen und den Fotos beginne, möchte ich darum bitten, auch die folgenden Zeilen zu lesen. Zu wichtig ist es, auch darüber mal gehört zu haben und um sich mal ein Bild zu machen, wie der Gedanke des Tierschutzes in weiten Teilen Südeuropas - Beispielhaft hier auf Mallorca - mit Füßen getreten wird.

Dem Einen oder Anderen mag es ja vielleicht schon aufgefallen sein, dass der Tierschutzgedanke im Südeuropa nicht ganz so ernst genommen wird. Es sind nicht alle Südeuropäer gleichzeitig Tierquäler und ich will weiß Gott nicht alle über einen Kamm scheren, aber es ist schon auffällig, dass Haustiere dort mehr als Nutztiere angesehen werden wie hierzulande und dementsprechend behandelt werden. Denn Tiere die ihren Zweck nicht mehr erfüllen oder nicht mehr erwünscht sind werden kurzerhand „entsorgt“. Wobei Tiere die in Heimen abgegeben bzw. irgendwo angebunden werden wenigstens eine Überlebenschance von ihrem Halter bekommen.

Meine Freundin stieß 2005 auf die Internetseite vom Verein „Tierhilfe Mallorca e.V.“ und meldete sich dort als ehrenamtliche Helferin an, um die Tiere zu pflegen und den Angestellten zur Hand zu gehen. Und als sie nach der Rückkehr davon berichtete, wie es auf der Urlaubsinsel so zugeht war ich zu tiefst entsetzt. Bilder die sie mitbrachte belegten die zum Teil sehr grausame Umgangsart mit Tieren jeglicher Art und Gattung.

Hunde fristen ihr Dasein als Kettenhunde, bekommen nur unregelmäßig Nahrung und Trinken. Als Schattenspender in der sengenden Sonne steht ihnen im allerbesten Fall ein Bretterverschlag zur Verfügung, meist jedoch nur eine Metalltonne in der sie sich zurückziehen könnten.

Katzen werden mit Säure übergossen, um nur einige ekelhafte Quälereien zu nennen. Derartige Bilder darüber und unzähliger anderer bestialischer Machenschaften gibt es beim oben genannten Verein zu genüge.

 

Und so kam es dann, dass wir uns dazu entschlossen haben 2006 dort gemeinsam aufzutauchen und unseren Urlaub dafür zu opfern um auszuhelfen.

Den Tieren in diesem Heim geht es sehr gut, in jedem Fall bedeutend besser wie bei ihren ehemaligen Besitzern. Unter anderem wurden viele der dort lebenden Tiere aus dem spanischen Tierheim in Son Reus freigekauft. Jetzt fragt man sich, warum werden Tiere aus einem Tierheim freigekauft? Wo liegt der Grund dafür, dass man sie dann wiederum in einem Heim hält?

Die Tierheime Spaniens und hier Mallorcas, wie sie offiziell genannt werden, sind nichts anderes als Tötungsstation. Sie sind mit unseren Tierheimen in keiner Weise zu vergleichen. In unseren Tierheimen haben die dort lebenden Tiere ein „Bleiberecht“ bis sie entweder vermittelt werden oder aber auf natürliche Weise altersbedingt einschlafen. In den staatlichen Tierheimen Spaniens sieht es dagegen ganz anders aus. Ein dort eingeliefertes Tier bekommt in der Regel 7 Tage um vermittelt zu werden. Ist die Zeit abgelaufen wird es getötet. Offiziell heißt es "eingeschläfert" und in Wirklichkeit??????

Somit sind diese Heime keine Heime, sondern reine Tötungsstationen. Selbst die Einheimischen wissen zum größten Teil nichts von dieser Behandlung von Lebewesen, m. E. wohl aber eher weil man da lieber nichts drüber wissen will.

Wie die Tiere dann dort in Wirklichkeit getötet werden, bleibt nur zu erahnen. Aber bei der dort täglich anfallenden Masse an Tieren, bleibt wohl nicht die Zeit jedes Tier individuell einzuschläfern und so ist eine „Massenvernichtung“ anzunehmen.

Und um genau diesen Missständen entgegen zu wirken, gibt es einige - vor allem deutsche Tierschutzorganisationen - die den Lebewesen dort ein anderes Dasein ermöglichen wollen. Unter anderem das Tierheim in Andratx, dass von dem schon oben erwähnten Verein gefördert wird. Ein Blick auf diese Seite verrät wesentlich mehr und gibt einiges mehr an Hintergrundinformationen wieder, als es mein Bericht je tun könnte. Ich kann einen Besuch auf dieser Internetpräsenz jedem ans Herz legen. Und vielleicht ist ja der eine oder andere von euch bereit, diesen Verein und damit auch direkt das Heim in Andratx zu unterstützen.

 

   

Hinweis:

Ich möchte hiermit nochmals ausdrücklich darauf hinweisen, dass es ganz wichtig ist, niemals den spanischen Tierheimen ein Fundtier zu übergeben, bzw. die Mitteilung über ein Fundtier zu machen. Wenden Sie sich diesbezüglich immer an deutsche Tierschutzorganisationen. Um einen entsprechenden Ansprechpartner vor Ort ausfindig zu machen, sollte man sich mit dem Deutschen Tierschutzbund in Verbindung setzen, die genau ermitteln können wo das nächstgelegene deutsche Tierheim seinen Sitz hat.

 

Sehen Sie sich noch weitere Fotos von den gutherzigen Tieren dort an und erleben Sie meine Eindrücke von der Arbeit vor Ort.  Den Tieren dort geht es nur solange gut, wie der finanzielle Fortbestand des Tierheimes gesichert ist. >>> weiter

Wer nun genug zum diesem Thema gelesen hat, gelangt hier zu den ornithologischen Bericht >>> weiter

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